Klausurvorbereitung – Aufsatz Teil 2: die Thematik Kanji
July 16th, 2008 | Published in Old
Kanji sind wohl, wie im ersten Teil erwähnt, essenziell für einen japanischen Text. Nicht nur sieht es ästhetischer aus, es bringt uns in der Prüfung eine Menge Punkte ein. Wer viele Kanji kann, der kann sich glücklich schätzen. Für die jenigen, die sich schwer damit tun, denen sei gesagt: Kanji lernen ist kinderleicht, es ist nur eine Frage der Motivation.
Wie man nun am besten mit der Thematik Kanji und Aufsatz umgeht, wird im folgenden geschildert.
image by heneganov
Die Regeln
Zuerst ist es nötig sich vor Augen zu führen, was es bedeutet, einen japanischen Text zu schreiben, der auf 200 Zeichen begrenzt sein soll. “Zeichen” bedeutet in diesem Fall logischerweise nicht “Wort”. Das heißt also, dass “にほんご” vier Zeichen sind. Ein Text, der aus Wörtern besteht, die ausschließlich in Hiragana und Katakana geschrieben sind, veranschlagt freilich mehr Zeichen. Die unweigerliche Schlussfolgerung daraus ist: je mehr Kanji man benutzt, desto mehr kann man schreiben.
Um Missverständnisse aus der Welt zu schaffen:
- Kana-Kombinationen wie きゅ、きょ、きゃ usw. werden als zwei Zeichen gewertet, きょう besteht also aus drei Zeichen
- das kleine “つ” in Doppelkonsonanten wie in きっと wird als ein Zeichen gewertet, d.h. きっと besteht also aus drei Zeichen
- die Verlängerung “ー” lang gezogener Vokale wie in パーティー wird als ein Zeichen gewertet, パーティー besteht also aus fünf Zeichen
Die Vorteile
Wie oben erwähnt ermöglichen es Kanji uns mehr Informationen und somit mehr Inhalt zu liefern. Des Weiteren gibt es aber noch andere Argumente für Kanji:
- Gesamtbild des Aufsatzes sieht schöner aus
- Kanjischreiben macht Spass
- schindet Eindruck
Hand aufs Herz: jeder Gaijin schmückt sich gerne damit, viele Kanji zu beherrschen. Sie sind der Beweis für Fleiss und Ehrgeiz, mit dem man dem Japaner das typische Erstaunen auf das Gesicht zaubern kann und ihm das typische “へええぇぇぇー” entlocken kann.
Das Vorgehen
Sobald das Thema des Aufsatzes bekannt ist, macht man sich als erstes Gedanken darüber, welche Kanji man kennt und wie man sie benutzen kann.
Ein Beispiel:
Im letzten Semester wurde verlangt, etwas über seine Familie zu schreiben. Anstatt zu schreiben, dass mein Vater in einer Firma arbeitet (会社で働いています), kann ich doch behaupten, dass er Wissenschaftler in einem Labor ist: 研究室の科学者です. Das sind zwar noch nicht gelernte Vokabeln/Kanji, jedoch kann man sie sich im Rahmen der Prüfungsvorbereitung einprägen und lernen. Denn die Belohnung für die Mühe bekommt man in Form von Punkten zurückgezahlt, die man an einer anderen Stelle eventuell verloren hat.
Die Kanji, die man benutzen will, schreibt man sich in einer kurzen Liste nieder und geht dann zum nächsten Punkt über: welche grammatikalischen Formen will ich benutzen?
Dieser Punkt wird in Teil 3 erläutert.
